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Schwangerschaft & Gefäßschutz
Folsäure (lat. Folium = das Blatt) ist ein lebenswichtiges Vitamin (B11), das für eine normale Zellvermehrung unverzichtbar ist und vor Zellzerstörung schützt. Folsäure sollte daher immer in ausreichender Menge vorhanden sein. Der durchschnittliche Folsäurebedarf eines gesunden Erwachsenen liegt bei 0,4 mg pro Tag.
Bei verschiedenen Zuständen und Krankheiten ist der Folsäurebedarf erhöht: in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Alkoholikern, Diabetikern, Epileptikern, Dialyse-Patienten, Schilddrüsenüberfunktion, Mangelernährung, in der Postmenopause u.a.
Ein Mangel an Folsäure kann zu verschiedenen Krankheiten führen: Gefäßverkalkung (mit ihren Folgen Schlaganfall, Thrombosen, Herzinfarkt), Missbildungen, Blutarmut u.a.
Wie alle Vitamine muss die Folsäure mit der Nahrung zugeführt werden (ist vor allem in grünem Blattgemüse enthalten). Durch seine hohe Empfindlichkeit (Folsäure wird rasch durch Kochen und Lagerung zerstört) und seine schlechte Verwertbarkeit (max. 40% werden vom Körper aufgenommen) kommt es zu erheblichen Verlusten der in der Nahrung enthaltenen Folsäure. Um einen erhöhten Bedarf zu decken, ist eine ausreichende Dosis entscheidend (Ihr Arzt kann Ihnen reine Folsäure-Tabletten auf Rezept verschreiben).
Schwangerschaft: Schutz vor Neuralrohrdefekt
Das Neuralrohr ist die erste Anlage des Zentralnervensystems beim Embryo, aus dem sich im weiteren Verlauf Gehirn und Rückenmark entwickeln. Gegen Ende des 1. Schwangerschaftsmonats wird das Neuralrohr geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt kann es zu Fehlbildungen kommen (z.B. „offener Rücken“, fehlendes Gehirn, „Klumpfuß“). Der sog. Neuralrohrdefekt gehört zu den häufigsten Fehlbildungen und geht mit hoher Sterblichkeit bzw. schweren Behinderungen einher. Die rechtzeitige Einnahme von Folsäure vor der Schließung des Neuralrohrs kann einen Neuralrohrdefekt verhindern. Da zu diesem frühen Zeitpunkt die werdende Mutter oft gar nicht weiß, dass sie schwanger ist, sollte jede Frau bereits bei Kinderwunsch mit der Einnahme von Folsäure-Tabletten beginnen.
Die Österreichischen Gesellschaften für Kinder- und Jugendheilkunde sowie für Prä- und Perinatalmedizin empfehlen zur Vorbeugung von Neuralrohrdefekten die Einnahme von Folsäure-Präparaten.
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Homocystein ist ein körpereigenes Zwischenprodukt des Eiweißstoffwechsels, das extrem schädlich für die Blutgefäße ist. Als Folge einer Gefäßwandschädigung bilden sich vermehrt Ablagerungen und es entsteht die sog. Atherosklerose („Gefäßverkalkung“), die meist Ursache für Thrombose (Blutgerinnsel), Schlaganfall oder Herzinfarkt ist. Experten stufen erhöhtes Homocystein als unabhängigen Risikofaktor ein. Das heißt, dass erhöhtes Homocystein alleine für Atherosklerose verantwortlich sein kann. Andere Risikofaktoren sind beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes, hohes Cholesterin oder Übergewicht. Ein Überschuss an Homocystein entsteht bei Folsäuremangel; auch Alkohol, Kaffee, Nikotin und Kantinenessen sowie bestimmte Medikamente (z.B. Antiepileptika, Antibiotika) können den Homocystein-Spiegel erhöhen. Bei ca. 7% der Bevölkerung sind erhöhte Homocystein-Werte angeboren. Bei verschiedenen Krankheiten wie Atherosklerose, koronarer Herzkrankheit, Thrombose, Niereninsuffizienz, Diabetes kann der Homocystein-Spiegel erhöht sein.
Ab einem Wert von 11-15 µmol/l spricht man von erhöhtem Homocystein, das durch ausreichende Folsäure-Zufuhr (2,5-5 mg pro Tag) wirksam gesenkt werden kann (bis zu 60%). Folsäure ist der „natürliche Feind“ des Homocystein. Bei Männern ab 40 und bei Frauen ab 60 Jahren könnte eine vorbeugende Einnahme von Folsäure das Risiko von Atherosklerose und Gefäßerkrankungen einschränken.
Wenn Sie weiterführende Fragen zu Folsäure haben, wenden Sie sich bitte an Frau Barbara Jäger.
Bei Fragen zu Folsäure-Mangel und den medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/Ihren Arzt.