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Regelschmerzen
Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Rund 1,2 Millionen Österreicherinnen haben vor oder während der Regel Beschwerden wie Kopf-, Bauch- und Kreuzschmerzen, Depressivität, Gereiztheit, Brustspannen, angeschwollene Beine oder Blutungs- und Zyklusstörungen. Der hohe Leidensdruck führt nicht selten zu regelmäßigen Krankenständen und zu Schmerzmittel-Missbrauch, der eine unnötige Belastung für die Nieren darstellen kann.
Eine der häufigsten Ursachen dieser (prä-)menstruellen Beschwerden liegt in einem Ungleichgewicht der weiblichen Sexualhormone (Östrogene und Gelbkörperhormon). Diese von den Eierstöcken gebildeten Hormone steuern den weiblichen Zyklus und sorgen für das körperliche und seelische Wohlbefinden der Frau, solange sie in einem ausgewogenen Verhältnis vorhanden sind. Bei Stress und manchen Erkrankungen gerät dieses hormonelle Gleichgewicht aus dem Lot und verursacht Beschwerden im ganzen Körper. So gesehen ist eine regelmäßige und schmerzfreie Monatsblutung ein ganz besonderes Gesundheitsbarometer.
Vor allem auf Stress (das kann körperlicher oder seelischer Stress sein) reagieren die Eierstöcke sehr empfindlich - sie fungieren oft als Blitzableiter für den permanenten Druck und produzieren in erster Linie weniger Gelbkörperhormon, das sensibelste der Sexualhormone. Ein Mangel an Gelbkörperhormon kann durch Einnahme von sog. Gestagentabletten wieder ausgeglichen werden. Schmerzmittel bieten zwar eine rasche, aber nur vorübergehende Hilfe - beim nächsten Zyklus beginnt alles wieder von vorne. Eine Wiederherstellung des hormonellen Gleichgewichts hingegen bietet langfristige Hilfe.
Es ist nicht einfach, den Zusammenhang zwischen Beschwerden z.B. im Kopf oder in den Beinen und dem Zyklus zu verstehen. Weiß man aber, dass die weiblichen Sexualhormone nicht nur für die Fortpflanzung und die Monatsblutung zuständig sind, sondern auch in fast alle Steuerungsprozesse des Körpers involviert sind, wird der Zusammenhang klarer. Achten Sie immer darauf, ob Ihr Zyklus regelmäßig ist und ob Beschwerden regelmäßig wiederkehren - für Ihren Arzt ist das ein sehr wichtiger Hinweis, durch den er Ihnen gezielter und besser helfen kann!
Wechseljahre
Schon lange vor dem berüchtigten Wechsel produzieren die Eierstöcke mit zunehmendem Alter immer weniger Hormone. Etwa ab dem 35. Lebensjahr beginnt der Gelbkörperhormon-Spiegel sehr langsam zu sinken. In diesen Jahren leiden viele Frauen unter PMS - hier kann die Einnahme von Gestagentabletten in der zweiten Zyklushälfte helfen, die das hormonelle Ungleichgewicht wieder herstellen. Erst viel später lässt auch die Östrogen-Produktion nach - die bekanntesten Östrogen-Mangelbeschwerden sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Scheidentrockenheit. Hier hilft eine kombinierte Hormontherapie (sog. Hormonsubstitution), bei der Östrogen und Gestagen eingenommen werden - Dosis und Schema hängen dabei von Ihren Beschwerden und Ihrem körpereigenen Hormonhaushalt ab. Nach der Menopause gibt es auch die Möglichkeit einer blutungsfreien Hormonsubstitution.
Zeitpunkt und Dauer des Hormonabfalls sind von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Hierin liegt der Schlüssel für die Auswahl der für Sie geeigneten Hormonsubstitution. Beschreiben Sie Ihrem Arzt so genau wie möglich welche Beschwerden sie haben, wann sie begonnen haben, wie häufig sie täglich vorkommen, ob sie im Zusammenhang mit Ihrem Zyklus stehen oder ob Sie früher zu PMS oder Regelschmerzen geneigt haben. Ebenso wichtig ist Ihr allgemeiner Gesundheitszustand ! Sind Sie Diabetikerin oder übergewichtig? Gibt es in Ihrer Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Osteoporose? All diese Informationen beeinflussen die Wahl der für Sie geeigneten Hormonsubstitution.
Bedeutung der Hormonersatztherapie (HRT)
Werden bei einer Frau während des Klimakteriums die fehlenden weiblichen Hormone ersetzt, so spricht man von einer Hormonersatztherapie.
Die modernen Hormonpräparate enthalten heute Östrogene und Gestagene. Die Gestagene leiten sich entweder vom natürlich vorkommenden körpereigenen Gelbkörperhormon "Progesteron", oder vom männlichen Sexualhormon "Testosteron" ab. Die unterschiedlichen Gestagene zeigen verschiedene Teilwirkungen auf andere Organsysteme, wobei die Schutzwirkung auf die Gebärmutterschleimhaut nahezu ident ist.
Durch die Substitution (Ersatz) von weiblichen Hormonen ist es möglich, die mit fortschreitendem Klimakterium weniger werdenden Hormone im Körper wieder anzugleichen. Die auftretenden Hormonmangelsymptome, wie z.B. Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Scheidentrockenheit, etc., können somit gelindert bzw. in den meisten Fällen sogar ganz beseitigt werden. Durch eine regelmäßige und langfristige Einnahme einer Hormonersatztherapie kann zusätzlich den Spätfolgen eines Hormonmangels vorgebeugt werden.
Um eine langfristige Substitutionstherapie erfolgreich einsetzen zu können, ist es erforderlich, die Dosierung der einzelnen Hormone sowie das Einnahmeschema individuell an Ihre Bedürfnisse, gemeinsam mit Ihrem Arzt, anzupassen.
Die Hormonersatztherapie wird seit vielen Jahren zum Wohle der Frauen eingesetzt und auch die Ärzte haben zahlreiche positive Erfahrungen gesammelt.
Nutzen und Risiko einer Hormonersatztherapie stellen sich von Frau zu Frau unterschiedlich dar. Sie sollten dies mit Ihrem Arzt besprechen und auf seine Erfahrung vertrauen.