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Hypertonie - Bluthochdruck

 

 

Schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen leiden in Österreich an zu hohem Blutdruck.


Die Mehrzahl der Betroffenen weiß es jedoch gar nicht, denn meist ist der Bluthochdruck nicht spürbar. Daher wird er über lange Zeit nicht beachtet.


 

Warum ist Bluthochdruck gefährlich?


Hypertoniker erleiden früher und häufiger Schlaganfälle, Herzinfarkte, Nierenversagen und andere lebensgefährliche Erkrankungen.

 

Ständiger Bluthochdruck überlastet das Herz und schädigt die Arterien in ihrer Struktur und Transportleistung: Aufgrund des permanenten Drucks verengen sich die Arterien durch Vergrößerung ihrer Muskeln. An ihren Wänden entstehen kleine Verletzungen, in die sich z.B. Fettstoffe ablagern. Mit der Zeit vergrößern sich die Ablagerungen, die Gefäßwände verdicken und verhärten sich, und die Arterien werden steifer und noch enger.

 

Damit beginnt eine schleichende Krankheitsspirale: Je enger der Arteriendurchmesser wird, desto höher steigt der Blutdruck und das Herz muss mit mehr Druck pumpen. Und je höher der Blutdruck, umso mehr werden die Arterien geschädigt. Die Folge ist eine beschleunigte Arterienverkalkung (Arteriosklerose), welche die Gefäße noch mehr schädigt. Die Folgen der ständigen Herz-Mehrarbeit sind Herzmuskelvergrößerung und Herzschwäche.

 

Die große Gefahr besteht darin, dass die Blutzufuhr zu den Organen (und damit ihre Sauerstoffversorgung) gestört oder sogar unterbrochen werden kann – es kommt zu Durchblutungsstörungen oder zu einem Arterienverschluss durch einen Gefäßpfropf. Solche Akutkomplikationen können, je nachdem welche Arterie betroffen ist, dramatisch sein (z.B. Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen).

 

Ein weiterer medizinischer Notfall ist die sog. Hochdruckkrise, ein plötzlich extrem ansteigender Blutdruck auf Werte über 200/120 mmHg mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot oder Herzschmerzen. Es besteht Lebensgefahr, da die Hochdruckkrise einen Schlaganfall auslösen kann. Auch ein abruptes Absetzen mancher (älterer) Blutdruckmedikamente kann eine solche Hochdruckkrise auslösen.


Welche Folgen hat Bluthochdruck?


Eine jahrelang unbehandelte Hypertonie kann zu gravierenden Organschäden führen und damit das Leben drastisch verkürzen. Die folgende Übersichtstabelle zeigt, zu welchen langfristigen Folgen es dadurch kommen kann:

 Organ

  mögliche Folgen 

 Gehirn

  • Schlaganfall
  • Hirnblutung
  • Demenz

 Augen

  • Sehschwäche
  • Erblindung

 Herz

  • Koronare Herzkrankheit (KHK, Erkrankung der Herzkranzgefäße)
  • Herzinfarkt
  • Herzmuskelvergrößerung (Hypertrophie)
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

 Blutgefäße

  • Arterienverkalkung (Arteriosklerose)
  • Erektionsstörungen
  • „Schaufensterkrankheit“ (PAVK = periphere arterielle Verschlusskrankheit)
  • Einriss der Hauptschlagader (Aortendissektion)

 Nieren

  • Schrumpfniere
  • Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)
  • Nierenversagen

Viele dieser oft lebensgefährlichen Erkrankungen könnten durch eine rechtzeitige und einfache Blutdruckbehandlung vermieden werden.


Wie wird Bluthochdruck behandelt?

Das wichtigste bei der Hypertoniebehandlung ist die Verminderung oder Beseitigung der Risikofaktoren.

Die Grundlage dafür ist ein gesunder Lebensstil, der durch die sog. Allgemeinmaßnahmen erreicht werden kann. Für viele Hypertoniker bedeutet dies, dass sie ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen.

Das muss nicht von heute auf morgen sein – nähern Sie sich schrittweise!

 

Ab einem Wert von 140/90 mmHg ist zusätzlich meist eine medikamentöse Therapie notwendig. Bei Überschreitung des Zielblutdrucks (135/85 mmHg) um mehr als 20/10 mmHg sollte eine Kombinationstherapie (2 bis 4 Medikamente) eingeleitet werden, die bei ca. 70% aller Hypertonie-Patienten notwendig ist.

 


Was können Sie selbst tun?

 

Wenn Ihr Blutdruck zu hoch ist, sind 3 Dinge zu tun:

1. regelmäßige Blutdruckkontrolle
2. Änderung der Lebensgewohnheiten
3. Einhaltung der medikamentösen Therapie

  • Blutdruck messen:
    Messen Sie Ihren Blutdruck und Ihren Puls 2x täglich (morgens und abends, immer zur gleichen Zeit) und führen Sie ein Blutdruckprotokoll (Werte und Uhrzeit notieren).
  • Abnehmen:
    Jedes überschüssige Kilo belastet Herz und Kreislauf. Bei Übergewicht (jeder 3. Österreicher wiegt zuviel) ist die Blutmenge größer und das Herz muss stärker pumpen, damit das Blut zuverlässig kreisen kann. Pro abgenommenem Kilo sinkt der Blutdruck um 2/1 mmHg, außerdem entlastet eine Gewichtsabnahme die Gelenke und verbessert den allgemeinen Gesundheitszustand.
  • Salzarm essen:
    Beschränken Sie Ihren Salzkonsum auf maximal 5 g pro Tag (das ist in etwa ein Teelöffel). Achten Sie besonders auf versteckte Salze (z.B. in Fertigmenüs, Packerlsuppen). Ersetzen Sie Salz möglichst durch Gewürze. Der Salzbedarf des Körpers beträgt nur 2 - 3 g pro Tag, üblicherweise werden jedoch 10 - 15 g täglich verzehrt – bei jedem 3. steigt dadurch der Blutdruck. Außerdem unterdrückt Salz Ihr Sättigungsgefühl. Empfehlenswerte salzarme Lebensmittel (max. 0,3 g Salz pro 100 g) sind z.B. Milch, Fleisch, Fisch, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Obst und Gemüse. Eine salzarme Ernährung kann den Blutdruck um 4/2 mmHg senken.
  • Gesund ernähren / fettarm essen:
    Essen Sie wenig tierische Fette, Fleisch und Süßigkeiten, aber viel Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Achten Sie auf versteckte Fette (z.B. in Wurst, Käse) und bevorzugen Sie ungesättigte Fette (z.B. Fisch, Olivenöl). Eine vitamin- und obstreiche Diät mit wenig Fleisch kann den Blutdruck um bis zu 11/6 mmHg senken. Eine gesunde Ernährung wirkt sich außerdem positiv auf Gewicht, Wohlbefinden, Blutfett- und Blutzuckerwerte aus.
  • Wenig(er) Alkohol trinken:
    In Österreich sind ca. 10% der Hypertonie alkoholbedingt. Während zuviel Alkohol den Blutdruck erhöht, haben kleine Alkoholmengen eine positive Wirkung auf Herz und Gefäße: Nach 2 Flaschen Bier steigt der Blutdruck um 10/5 mmHg, bei ¼ l Rotwein sinkt hingegen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankun¬gen. Trinken Sie maximal 1 Flasche Bier oder ¼ l Wein am Tag. Bedenken Sie auch, dass alkoholische Getränke sehr kalorienreich sind.
  • Mehr bewegen:
    Regelmäßige körperliche Bewegung kann den Blutdruck um bis zu 13/8 mmHg senken, ist gut für den Kreislauf und fördert außerdem die Gewichtsabnahme. Wichtig ist: Die Bewegung sollte angemessen und wohl dosiert sein, d.h. bei jüngeren Menschen täglich ½ Stunde Ausdauertraining (z.B. Laufen, Radfahren, Schwimmen), bei älteren Menschen täglich ½ Stunde z.B. zügig Spazierengehen. Denken Sie auch daran, mehr Bewegung im Alltag zu machen (z.B. Stiegen steigen statt Lift fahren).
  • Nicht (mehr) rauchen:
    Nikotin ist ein starkes Gefäßgift und führt zu Arteriosklerose. Wenn Sie Hypertonie haben und rauchen, ist das Risiko für Herzerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall drastisch erhöht.
  • Stress vermeiden bzw. abbauen:
    Ständiger Stress regt das Nervensystem zur Blutdruckerhöhung an. Legen Sie daher regelmäßig Entspannungspausen ein und sorgen Sie für ausreichend Schlaf.
  • Tabletten gewissenhaft einnehmen:
    Genauso wie Sie zur Vorbeugung von Karies jeden Tag Ihre Zähne putzen, sollten Sie täglich Ihre Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen, um sich vor seinen Folgen zu schützen. Sollten Sie sich zu Behandlungsbeginn etwas schwächer fühlen, liegt das daran, dass sich Ihr Körper erst an einen niedrigeren Blutdruck gewöhnen muss. Nehmen Sie Ihre Tabletten weiter ein, auch wenn Sie sich gut fühlen und Ihr Blutdruck normalisiert ist – nur so kann die Behandlung erfolgreich sein!
  • Kontrolluntersuchungen:
    Neben der regelmäßigen Blutdruckmessung ist eine Kontrolle des Blutzuckerspiegels und der Blutfettwerte empfohlen, alle 2 - 4 Jahre sollte ein EKG durchgeführt werden.


Bei Fragen zu Bluthochdruck und den medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/Ihren Arzt.

   

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Zuletzt aktualisiert am: 14/5/2010